Drei rätselhafte Armringe aus Bronze

Die Existenz dieser Ringe im Grab des „Keltenfürsten“ gibt Rätsel auf. Denn weder die geringen Durchmesser noch die Ausgestaltung lassen sie als Bestandteil seiner Tracht erscheinen. Derartige Knotenarmringe zählten eigentlich zur keltischen Frauentracht! Erstaunlicherweise lagen die beiden unversehrten Schmuckstücke dennoch in unmittelbarer Nähe zum rechten Handgelenk des Toten. Der in drei Stücke zerbrochene und nicht mehr vollständige Armring befand sich allerdings davon isoliert in einer der Grabkammerecken. Nach wie vor ist die Bedeutung dieses speziellen Beigaben-Ritus nicht hinreichend geklärt.

Die Prunkfibel aus dem „Fürstengrab“

Diese Gewandspange nach Art einer Sicherheitsnadel ist ein eindrückliches Beispiel dafür, wie Kelten Alltagsgegenstände zu Trägern ihrer außergewöhnlichen Bilderwelt machten. Welches Kleidungsstück der „Keltenfürst“ mit der Fibel allerdings verschloss, bleibt unklar. Ihre Lage abseits des Leichnams bietet dafür leider keine Anhaltspunkte. Auch über die Bedeutung der abgebildeten Motive kann nur gerätselt werden. Den Fibelkörper bildet ein geflügeltes Fantasiewesen, dessen herausstechendstes Merkmal ein übergroßer Kopf mit gewaltiger Knubbelnase ist.  Ein menschlicher Kopf mit Kinnbart und überzeichneten Augen sowie dominanter Nase scheint zudem regelrecht aus dem Tierkörper heraus zu wachsen. Als weiteres Zierelement findet sich auf der Federachse der Fibel eine mit Tierdarstellungen spiegelbildlich gestaltete, bewegliche Platte. Zwei aufgenietete Perlen aus Korallen schließen diese Achse ab.

Kleine Gewandspange mit Goldscheibe

Fibeln, also metallene Spangen nach Art einer Sicherheitsnadel, dienten gewöhnlich als Kleidungsverschlüsse. Große Exemplare sicherten wohl schwere Wollmäntel, grazile Fibeln hingegen leichtere Kleidungsstücke. Als ausgesprochene Miniatur wirkt das Exemplar, das im Mundbereich des Leichnams aus Grab 3 vom Glauberg entdeckt wurde. Es ist aus Bronze gefertigt, lediglich 2 Zentimeter lang, allerdings mit zwei Korallenperlen und einer Scheibe aus Goldfolie verziert. Ausgehend von der Überlegung, dass die Dimension Aufschluss über den einstigen Verwendungszweck gibt, muss man von einem feinen Gewebe ausgehen, dass die Fibel einst zusammenheftete. Auch die auf sie wirkende Kraft wird eher gering gewesen sein. Somit lässt sich an eine feine Stofflage denken, die die Fibel vor dem Gesicht des Leichnams verschloss. Über den Grund kann allerdings nur spekuliert werden.

Neues von den Universi castellani et cives in Glouburg – die Kampagne auf dem Glaubergplateau 2017

Im Jahr 2017 fanden erneut archäologische Grabungen im Rahmen der 5. Sommerakademie der hessenARCHÄOLOGIE auf dem Glaubegplateau statt. Im Fokus der Untersuchung lag die hochmittelalterliche, stauferzeitliche, Besiedlung und der geplante Ausbau von einer Burg in eine Stadt. Ebenso konnte auf der Suche nach dem Kirchenstandort auf dem Plateau der Friedhof angeschnitten werden. In diesem Vorbericht werden die Erkenntnisse der zweiten von drei Grabungskampagnen zusammenfassend dargestellt.