Erst Burg, dann Stadt, dann Wüstung – neue Erkenntnisse zur Glouburg im Spiegel der Ereignisse zum Ende der Stauferherrschaft

Im Jahr 2018 fand im Rahmen der 6. Sommerakademie der hessenARCHÄOLOGIE die vorerst letzte Grabungskampagne auf dem Glaubegplateau statt. Im Fokus der Untersuchung lag die hochmittelalterliche, stauferzeitliche, Besiedlung und der geplante Ausbau von einer Burg in eine Stadt. Darüber hinaus konnten die Erkenntnisse der Untersuchungen der vorangegangenen Jahre zur mittelalterlichen Besiedlung zusammenfassend dargestellt werden.

Keltische ›Fürstensitze‹ – Orte der Herrschaft?

Die sogenannten keltischen Fürstensitze der frühen Eisenzeit, darunter auch der Glauberg, standen lange Zeit im Fokus der Siedlungsforschung. Ihre Bedeutung als Macht-, Handels-, Handwerks- und Kultzentren gleichermaßen schien eindeutig. Neuere Forschungen konnten in den letzten Jahren dieses vermeintlich homogene Bild auflösen und zeigen, dass die verschiedenen Anlagen deutlich weniger einheitlich sind und ihre herausragende Stellung im Siedlungsgefüge der frühen Eisenzeit mitunter unterschiedliche Ursachen hatten. Sie alle führten aber zu einem Bedeuturigsüberschuss, der die Annahme einer wie auch immer gearteten Herrschaft an ihrem Platz wahrscheinlich werden lässt.

Keltenfürst vom Glauberg

Die weltberühmte, lebensgroße Statue des „Keltenfürsten vom Glauberg“ wurde 1996 gefunden.

Die bis auf die Füße vollständig erhaltene Sandsteinstatue zeigt einen bewaffneten männlichen Krieger.

Sie besteht aus einer einheimischen Sandsteinart, die nur wenige Kilometer von Glauberg entfernt verfügbar ist.