Arbeitskreis Archäotechnik und Experimentelle Archäologie
Arbeitskreis Archäotechnik und Experimentelle Archäologie
Archäologie bedeutet nicht nur, Funde zu betrachten und Geschichte zu erzählen. Viele Fragen zur Vergangenheit lassen sich erst dann besser verstehen, wenn vergessene Techniken praktisch erprobt und damit wiederbelebt werden: Wie funktionierte Eisenverarbeitung? Welche Arbeitsschritte waren bei der Textilherstellung nötig? Was lässt sich über Ernährung, Kochen und Vorratshaltung sagen? Und wie könnten Waffen und Ausrüstung tatsächlich verwendet worden sein?
Mit dem Arbeitskreis „Archäotechnik und Experimentelle Archäologie“ verbindet die Keltenwelt am Glauberg Forschung, Museumspädagogik, Ehrenamt und interessierte Öffentlichkeit. Ziel ist es, archäologische Fragestellungen durch Rekonstruktion, praktische Erprobung und dokumentierte Auswertung weiter zu vertiefen. Der Arbeitskreis versteht sich dabei als Plattform für gemeinsames Lernen, Forschen und Ausprobieren – unter fachlicher Begleitung und mit wissenschaftlichem Anspruch.
Langfristig soll die Keltenwelt am Glauberg zu einem Zentrum für Archäotechnik und Experimentelle Archäologie weiterentwickelt werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Museumsgarten: Er wird zunehmend zu einem Freiluft-Labor, in dem historische Techniken erprobt, Materialien getestet und Arbeitsprozesse sichtbar gemacht werden können.
Der Arbeitskreis gliedert sich derzeit in vier Arbeitsgruppen:
AG Eisen
Die AG Eisen beschäftigt sich mit Fragen der eisenzeitlichen Metallverarbeitung. Im Mittelpunkt stehen Rohstoffe, Werkzeuge, technische Verfahren und praktische Versuche zur Herstellung und Bearbeitung von Eisen. Dazu können etwa Experimente mit Rennöfen, Schmiedetechniken oder Fragen zur Materialverwendung gehören.
AG Textil
Die AG Textil widmet sich der Herstellung, Verarbeitung und Nutzung von Textilien in der Eisenzeit. Themen sind unter anderem Fasern, Spinnen, Weben, Färben, Kleidung und textile Ausstattung. Durch praktische Rekonstruktionen lassen sich Herstellungsprozesse, Arbeitsaufwand und handwerkliche Fertigkeiten besser nachvollziehen.
AG Ernährung
Die AG Ernährung fragt danach, was Menschen in der Eisenzeit gegessen haben könnten, welche Zutaten zur Verfügung standen und wie Speisen zubereitet wurden. Dabei geht es um archäobotanische und archäologische Hinweise ebenso wie um praktische Kochversuche. Die Arbeitsgruppe ist eng mit Fragen der Vermittlung und mit dem Bistro zum Keltenfürsten verbunden.
AG Keltische Kampfkunst
Die AG Keltische Kampfkunst untersucht den praktischen Umgang mit Waffen und Ausrüstung der eisenzeitlichen Krieger. Ausgangspunkt sind unter anderem die Funde vom Glauberg: Schwerter, Speere, Schilde und die Darstellung des sogenannten „Keltenfürsten“. In praktischen Übungen und Rekonstruktionen wird gefragt, wie diese Ausrüstung verwendet worden sein könnte und welche offenen Forschungsfragen sich daraus ergeben.
Mitmachen
Der Arbeitskreis richtet sich an alle, die sich für Archäologie, historische Techniken und praktisches Experimentieren interessieren. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Eine Mitwirkung ist sowohl praktisch als auch theoretisch möglich – etwa durch Recherche, Dokumentation, Quellenarbeit, Versuchskonzeption, Auswertung oder handwerkliche Arbeit.
Die Arbeitsgruppen treffen sich regelmäßig in der Keltenwelt am Glauberg. Ergebnisse können in Veranstaltungen, Workshops, Vermittlungsangeboten und perspektivisch auch in Publikationen sichtbar werden.
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