Wasser für Burg und Stadt – eine Filterzisterne auf dem Glaubergplateau

Der Glauberg ist vor allem aufgrund der herausragenden Bedeutung seiner eisenzeitlichen Hinterlassenschaften bekannt. Nicht vergessen werden sollte jedoch, dass in den Wirren gegen Ende des Stauferreiches, Mitte des 13. Jahrhunderts, auf dem Plateau ein territorial- und machtpolitisch motivierter Burgenbau sowie der Versuch einer Stadtgründung stattgefunden haben. Neuere Grabungen zwischen 2016 und 2018 sowie der hier vorgestellte, vorwiegend in den 1970er-Jahren aufgedeckte Befund einer Filterzisterne werfen ein eindrucksvolles Bild auf diese für den Glauberg sehr bewegte Zeit. Die Filterzisterne mit dem zu vermutenden Schutzbau bzw. „Brunnenhaus“ gewährt damit einen schlaglichtartigen Einblick in die teilweise beim Abbruch der Ansiedlung noch im Bau befindlichen Infrastruktur der Anlage. In Form des aus dem Wasserentnahmeschacht geborgenen umfangreichen Keramikinventars, eines nahezu kompletten Buntmetallkessels und der zahlreichen (Bau-)Holzfunde lieferte der Befund darüber hinaus einen historisch und dendrochronologisch eng datierten Fundkomplex.

Hier findet sich der Artikel in den Fundberichten Hessen digital.

Erst Burg, dann Stadt, dann Wüstung – neue Erkenntnisse zur Glouburg im Spiegel der Ereignisse zum Ende der Stauferherrschaft

Im Jahr 2018 fand im Rahmen der 6. Sommerakademie der hessenARCHÄOLOGIE die vorerst letzte Grabungskampagne auf dem Glaubegplateau statt. Im Fokus der Untersuchung lag die hochmittelalterliche, stauferzeitliche, Besiedlung und der geplante Ausbau von einer Burg in eine Stadt. Darüber hinaus konnten die Erkenntnisse der Untersuchungen der vorangegangenen Jahre zur mittelalterlichen Besiedlung zusammenfassend dargestellt werden.

Neues von den Universi castellani et cives in Glouburg – die Kampagne auf dem Glaubergplateau 2017

Im Jahr 2017 fanden erneut archäologische Grabungen im Rahmen der 5. Sommerakademie der hessenARCHÄOLOGIE auf dem Glaubegplateau statt. Im Fokus der Untersuchung lag die hochmittelalterliche, stauferzeitliche, Besiedlung und der geplante Ausbau von einer Burg in eine Stadt. Ebenso konnte auf der Suche nach dem Kirchenstandort auf dem Plateau der Friedhof angeschnitten werden. In diesem Vorbericht werden die Erkenntnisse der zweiten von drei Grabungskampagnen zusammenfassend dargestellt.

Von Nah und Fern? Methodische Aspekte zur Wegeforschung

Die Untersuchung von vorgeschichtlichen Wegen ist eine der interessantesten und zugleich anspruchsvollsten Aufgaben archäologischer Forschung. Neben den traditionellen Methoden der Wegeforschung haben sich seit einigen Jahren auch Verfahren etabliert, die mit Hilfe Geografischer Informationssysteme eine auf induktiven und deduktiven Daten basierende Modellierung von potenziellen Wegeführungen ermöglichen. Am Beispiel des früheisenzeitlichen „Fürstensitzes“ auf dem Glauberg kann gezeigt werden, dass diese Verfahren zum Teil zu anderen Ergebnissen führen als die bekannten traditionellen Ansätze und dabei das Erkenntnis-und Erklärungspotential vorgeschichtlicher Wegeforschungdeutlich erweitern können.

Keltische ›Fürstensitze‹ – Orte der Herrschaft?

Die sogenannten keltischen Fürstensitze der frühen Eisenzeit, darunter auch der Glauberg, standen lange Zeit im Fokus der Siedlungsforschung. Ihre Bedeutung als Macht-, Handels-, Handwerks- und Kultzentren gleichermaßen schien eindeutig. Neuere Forschungen konnten in den letzten Jahren dieses vermeintlich homogene Bild auflösen und zeigen, dass die verschiedenen Anlagen deutlich weniger einheitlich sind und ihre herausragende Stellung im Siedlungsgefüge der frühen Eisenzeit mitunter unterschiedliche Ursachen hatten. Sie alle führten aber zu einem Bedeutungsüberschuss, der die Annahme einer wie auch immer gearteten Herrschaft an ihrem Platz wahrscheinlich werden lässt.

Vom keltischen Fürstensitz zur mittelalterlichen Stadt – die Kampagne Glaubergplateau 2016

Im Jahr 2015 fanden im Rahmen der 4. Sommerakademie der hessenARCHÄOLOGIE erstmals nach vielen Jahren wieder umfangreiche Feldforschungen am Glauberg statt. Neben der vorgeschichtlichen und besonders natürlich der eisenzeitlichen „keltischen“ Besiedlung stand vor allem die mittelalterliche Nutzung des Glaubergplateaus im Fokus der Grabungsarbeiten. In diesem Vorbericht werden die Erkenntnisse der ersten von drei Grabungskampagnen zusammenfassend dargestellt.