Schnabelkanne mit Figurengruppe

Glauberg, Grab 1

Die gut 4 Liter fassende Kanne aus dem Grab des „Keltenfürsten“ stammt aus keltischer Produktion, ist aber etruskischen Vorbildern nachempfunden. Im Inneren der Kanne haben Untersuchungen Reste von Honig nachgewiesen. Es wird davon ausgegangen, dass dem Toten noch nicht vergorener Honigwein mit ins Grab gegeben wurde.

Auf dem Rand der Kanne sitzt an zentraler Position ein Mann im Schneidersitz. Er trägt einen Kompositpanzer über einem Gewand mit halblangen Ärmeln und eine kurze Hose. Begleitet wird er von zwei Sphingen, also Mischwesen mit Tierkörpern und menschlichen Gesichtszügen.

Wahrscheinlich ist hier ein im Mittelmeerraum verbreitetes mythologisches Motiv, das ursprünglich aus dem vorderasiatischen Raum stammt, dargestellt. Der Herr der Tiere (Despotes Theron) ist auch aus der Welt der Kelten bekannt. Möglicherweise handelt es sich sogar um ein Abbild des „Keltenfürsten“ vom Glauberg in jungen Jahren.

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Material: Bronze, Eisen, Kupfer

Maße: Höhe 52,5 cm, Schulterdurchmesser 18,9 cm, Bodendurchmesser 11,5 cm, Höhe der Mittelfigur 4,2 cm, Fassungsvermögen ca. 4,3 l, Wandungsstärke 0,6–1,3 mm

Aufbewahrungs- und Ausstellungsort:
Keltenwelt am Glauberg
(Inventarnummer: WI EV1994/23/1)

3D-Modell: Fraunhofer IGD (CultLab3D), Darmstadt