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Unsere neuen Holzpfosten

Unsere neuen Holzpfosten werden seit dem 19.5.21 wieder aufgestellt. Jetzt ist unser großer Grabhügel bald wieder komplett. Ohne die fast 8 Meter hohen Holzpfosten hat einfach etwas gefehlt! Aus Sicherheitsgründen mussten sie abgebaut und durch neue ersetzt werden. Bei den Ausgrabungen in den 1990er Jahren stieß das Grabungsteam auch auf Spuren von 16 Pfosten, die in Pfostengruben standen. Ihre Funktion beschäftigt seither die Wissenschaft. Im Rahmen einer Doktorarbeit an der Uni Bamberg werden derzeit die Ausgrabungsergebnisse wissenschaftlich ausgewertet. Möglicherweise wurden die Pfosten nicht alle gleichzeitig errichtet. Dazu steht die Frage im Raum, ob die Pfosten und die „Prozessionsstraße“, die vom Grabhügel aus nach Süden verläuft, Teile eines Kalenderbauwerks der Kelten am Glauberg waren. Auf alle Fälle bleibt es spannend….

Ein herzliches Dankeschön an den Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, der die Baumaßnahme durchführt. Und nicht zuletzt auch an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Firmen. Gut gemacht!

Ein Digital-Kurator für die Keltenwelt am Glauberg

Ein Digital-Kurator für die Keltenwelt am Glauberg

Seit dem 1. April 2021 hat die Keltenwelt am Glauberg mit Christoph Röder M.A. einen neuen wissenschaftlichen Mitarbeiter. Als Digital-Kurator koordiniert er die verschiedenen Digitalprojekte wie z.B. den Ausbau der Mediathek, die digitale Sammlung mit 3D-Scans von Fundobjekten und Medienstationen im Museum. Eine weitere wichtige Aufgabe ist der Auf- und Ausbau eines digitalen Angebots im Archäologischen Park.

Christoph Röder war als Mittelalterarchäologe und Ausgrabungsleiter bei vielen hessischen Archäologie-Projekten beteiligt. So arbeitete er erstmals 2016 im Rahmen der Sommerakademie der hessenARCHÄOLOGIE am Glauberg. Im Fokus der Grabung auf dem Plateau stand die mittelalterliche Besiedlung. Seit 2019 unterstützt er die Keltenwelt am Glauberg bei einem großen Ausstellungsprojekt. Für die neue Aufgabe als Digital-Kurator bringt er viel Erfahrung mit.

Die Keltenwelt am Glauberg und die Abteilung hessenARCHÄOLOGIE am Landesamt für Denkmalpflege freuen sich über diese wichtige Ergänzung ihres Teams und wünschen Christoph Röder alles Gute!

Keltenwelt am Glauberg erhält Unterstützung

Keltenwelt am Glauberg erhält Unterstützung

Seit dem 1. März 2021 wird das Forschungszentrum der Keltenwelt am Glauberg durch PD Dr. Markus Schußmann unterstützt. Herr Dr. Schußmann wird von hessischer Seite aus in den nächsten beiden Jahren maßgeblich an der Betreuung des gemeinsamen Antrags Hessens und Baden-Württembergs zur Aufnahme bedeutender frühkeltischer Machtzentren wie des Glaubergs in die UNESCO-Welterbeliste beteiligt sein.

Kennern der Eisenzeitforschung wird Herr Dr. Schußmann kein Unbekannter sein. Schon vor den kürzlich erfolgten, wegweisenden Forschungen am Staffelberg, Lkr. Lichtenfels (Oberfranken), hat er sich schwerpunktmäßig mit vorgeschichtlichen Höhenbefestigungen und insbesondere der keltischen Epoche beschäftigt. So behandelte seine Würzburger Dissertation „Die Latènezeit im südlichen Mittelfranken“ und seine Habilitation an der FU Berlin die Ergebnisse seiner Untersuchungen im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Schwerpunktprogramms zu den „Frühkeltischen Fürstensitzen“.

Die Keltenwelt am Glauberg und die Abteilung hessenARCHÄOLOGIE am Landesamt für Denkmalpflege freuen sich über diese wichtige Ergänzung ihres Teams und wünschen dem neuen Kollegen einen guten Start und alles Gute!

Der Glauberg soll UNESCO-Welterbestätte werden!

Der Glauberg soll UNESCO-Welterbestätte werden!

Frühkeltische Fürstensitze Glauberg und Heuneburg sollen UNESCO-Welterbe werden.

Hessen und Baden-Württemberg bringen Stätten gemeinsam in das nationale Vorauswahlverfahren für die deutsche Vorschlagsliste ein.
Anfang 2024 soll die bestehende deutsche Vorschlagsliste („Tentativliste“) für das UNESCO-Welterbe fortgeschrieben werden. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg schlagen gemeinsam die frühkeltischen Fürstensitze Glauberg und Heuneburg für das nationale Vorauswahlverfahren vor.

Bedeutendste Geländedenkmale der Keltengeschichte
„Die Heuneburg und der Glauberg sind Teil eines herausragenden Netzwerks frühkeltischer Fürstensitze und gehören zu den bedeutendsten Geländedenkmalen der keltischen Geschichte. Als wirtschaftliche und kulturelle Zentren ihrer Zeit beeindrucken sie uns mit ihren stadtartigen Strukturen, gewaltigen Befestigungsanlagen und Großgrabhügeln mit reich ausgestatteten Prunkgräbern bis heute“, erklären die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und die hessische Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn.

„Um die Bedeutung der Stätten zu untermauern, haben wir uns dazu entschlossen, zusammen mit Hessen einen Nominierungsvorschlag einzureichen. Gemeinsam werden wir ein überzeugendes Konzept für das anstehende nationale Vorauswahlverfahren erarbeiten, um das Projekt zu einem gemeinsamen Erfolg zu machen“, kündigt Hoffmeister-Kraut an. Die baden-württembergische Ministerin hatte ihrer hessischen Kollegin den Vorschlag eines gemeinsamen Nominierungsprojektes unterbreitet.

Gemeinsames kulturelles Erbe im Fokus
„Die archäologische Stätte auf dem Glauberg zeigt auf besonders herausragende Art und Weise den engen Austausch der frühkeltischen Kultur in Europa untereinander und mit den mediterranen Kulturen“, führt Angela Dorn aus. „Hiervon zeugen reiche und europaweit bedeutende Funde, insbesondere die einzigartige Sandsteinstatue des so genannte Keltenfürsten aus einem der Großgrabhügel sowie die Reste von mindestens drei weiteren, zerschlagenen Statuen. Ich freue mich, dass wir mit dem Nominierungsvorschlag die Möglichkeit haben, unser gemeinsames kulturelles Erbe in seiner Einmaligkeit darzustellen.“ Für beide Länder sei es eine große Chance, mit dem Glauberg im Schulterschluss mit der Heuneburg am nationalen Vorauswahlverfahren für die neue deutsche Tentativliste teilzunehmen.

Hoffnung liegt auf Mathildenhöhe
„Das außergewöhnlich reiche Kultur- und Naturerbe Hessens vom mittleren Eozän vor rund 48 Millionen Jahren in der Grube Messel über die Spuren der Blütezeit des römischen Reichs am Limes und den Europäischen Absolutismus bis zur Neuzeit spiegelt sich in den sechs Welterbestätten unseres Landes wider“, erläutert Ministerin Dorn. „Mit der Mathildenhöhe Darmstadt wird hoffentlich in diesem Jahr eine siebte Welterbestätte in Hessen hinzukommen, die zum Erbe der Moderne zählt. Mit der Epoche der Kelten würde ein spannender und zentraler Aspekt der europäischen Geschichte hinzutreten.“

Wie läuft das Verfahren ab?
Antragsverfahren für das UNESCO-Welterbe: Aktuell steht die Fortschreibung der deutschen Tentativliste für das UNESCO-Welterbe an. Die Tentativliste ist eine Vorschlagsliste für zukünftige Nominierungen zur Aufnahme in die Welterbeliste. Pro Bundesland können zwei Nominierungsvorschläge in das aktuelle Auswahlverfahren eingebracht werden. Deutschland kann jedes Jahr eine Stätte bei der UNESCO nominieren. Die finalen Anträge für die Welterbeliste werden von der Bundesrepublik Deutschland beim Welterbezentrum der UNESCO in Paris offiziell eingereicht.

Das Welterbe in Hessen
Welterbe in Hessen: Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst koordiniert die hessischen Antragsverfahren für die Welterbeliste und ist im Land, gegenüber dem Bund und den internationalen Partnern der für die Welterbestätten zuständige Ansprechpartner. Gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen, dessen Präsident Dr. Markus Harzenetter Welterbe-Beauftragter der hessischen Landesregierung ist, betreut es die Welterbestätten im Land.

In Deutschland sind aktuell 46 Welterbestätten in die UNESCO-Liste eingetragen, sechs davon liegen in Hessen: Das Kloster Lorsch (1991), die Grube Messel als erstes Weltnaturerbe Deutschlands (1995), das Welterbe Oberes Mittelrheintal (2002), die Grenzen des Römischen Reichs – Obergermanisch-Raetischer Limes (2005), die Alten Buchenwälder und Buchenurwälder der Karpaten und anderer Regionen Europas – Kellerwald-Edersee (2011) und der der Bergpark Wilhelmshöhe (2013). Zudem läuft das Nominierungsverfahren für die Mathildenhöhe Darmstadt, über das das Welterbekomitee voraussichtlich im Sommer 2021 entscheiden wird.

Die Pressemeldung von Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn und Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut finden Sie hier

Glanzvoll ins Jenseits – unser neues Buch

Glanzvoll ins Jenseits – unser neues Buch

Erstmalig stellt Autorin Daniela Euler alle Fundstücke aus den drei Prunkgräbern vom Glauberg zusammen mit der berühmten Statue vor. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Schmuckstücken, Waffen und persönlichen Ausrüstungsgegenständen des „Keltenfürsten vom Glauberg“ und der beiden weiteren Krieger. Dazu wurden großartige Fotos und detailreiche Zeichnungen und Pläne ausgesucht. Auch zu Fachbegriffen und Forschungsfragen gibt es Informationen.

Format 21 x 21 cm, 120 Seiten, 104 Abbildungen, 14,80 Euro. Da unser Museumsshop derzeit geschlossen ist, bieten wir das Buch inklusive Versand zu 18,30 Euro an. Bestellungen an: anfragen@keltenwelt-glauberg.de

Gold aus dem Mittelmeer-Gebiet für den Glauberger Keltenfürst?

Gold aus dem Mittelmeer-Gebiet für den Glauberger Keltenfürst?
Erste Ergebnisse aus internationalem Forschungsprojekt

„Woher kam eigentlich das Gold des Glauberger „Keltenfürsten“? Das ist nur eine der vielen noch offenen Fragen, die das Forschungszentrum am Glauberg beschäftigen. Es ist daher einer der Partner des vom Curt-Engelhorn-Zentrums Archäometrie in Mannheim, und des  Forschungsintistuts TRACES (CNRS), in Toulouse geleiteten internationalen Forschungsprojektes „Keltisches Gold – Goldschmiedearbeiten im westlichen Teil der Latène Kultur “.

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Die Pfosten am Grabhügel werden erneuert

Die Pfosten am Grabhügel werden erneuert

Die mächtigen Eichenpfosten am Grabhügel standen viele Jahre im Boden und mussten jetzt gefällt werden. Wir haben sie eingelagert, um sie auf neuen Fundamenten bald wieder aufzurichten.

Zusammen mit dem rekonstruierten Grabhügel markieren die 16 Pfosten nicht nur eine rund 2400 Jahre alte Begräbnisstätte, sondern sind auch ein Landschaft prägendes Element, das man nicht mehr missen möchte.

Die Wissenschaft hat schon viel über diese Pfosten diskutiert. Inzwischen vermutet man, dass sie nicht alle gleichzeitig standen. Ihre Funktion ist nach wie vor rätselhaft. Vielleicht ergibt die derzeit laufende Aufarbeitung der Ausgrabung im Rahmen einer Doktorarbeit neue Hinweise dazu.

Auf die Spuren der Pfosten war man bei der Ausgrabung des großen Grabhügels in den 1990er-Jahren gestoßen. Im Zuge der Rekonstruktion des Grabhügels wurden auch sie ergänzt. Von der Idee, die Gesamtanlage mit Pfosten und „Prozessionsstraße“ sei ein „Kalenderbauwerk“ der Kelten gewesen, ist man abgerückt. Jedoch wird die „Prozessionsstraße“ immer noch mit möglichen Himmelsbeobachtungen in Verbindung gebracht, denn sie ist auf einen südsüdöstlichen Punkt am Horizont ausgerichtet, wo man alle 18,6 Jahre die große südliche Mondwende beobachten kann.