Quer durch die Zeiten

Die Grabungen auf dem Glaubergplateau im September 2017
Nach umfangreichen geophysikalischen Untersuchungen in der ersten Jahreshälfte konnte im September endlich wieder im Rahmen der 5. Sommerakademie der hessenARCHÄOLOGIE auf dem Plateau des Glaubergs gegraben werden. Neben der Fortführung der Untersuchungsflächen des Vorjahres standen zwei neue Bereiche im Fokus des Interesses. So haben wir versucht, die vermutete mittelalterliche Kirche auf dem Plateau zu finden. Dies ist leider noch nicht gelungen, dafür haben wir aber eine beigabenlose Bestattung in diesem Bereich entdeckt, die wir hoffen über die 14C Methode datieren zu können. So können wir erste Aussagen über die Datierung des schon in den 30er Jahren entdeckten Friedhofs erhalten, in dessen Bereich auch eine Kirche gestanden haben muss. Darüber hinaus konnten wir viele neue mittelalterliche Gebäudestrukturen entdecken und dokumentieren, die unser Bild von der Stadtgründung des frühen 13. Jahrhunderts auf dem Plateau nach und nach erweitern. Auch die vorgeschichtlichen Perioden und die spätantike Besiedlung kamen nicht zu kurz bei unseren Untersuchungen. Überraschende Mengen an Funden, auch aus der keltischen Besiedlungsepoche, belegen eine dichte und intensive Besiedlung des Plateaus zu fast allen in Hessen vorkommenden Kulturstufen. Besonders erfreulich ist auch die Entdeckung eines kleinen Grübchens aus der Zeit der frühkeltischen Besiedlung inmitten der Siedlung der Keltenfürsten vom Glauberg.

 

Drohnenaufnahme des mittelalterlichen Gebäudestandortes mit in den Felsen eingetieftem Keller. (Foto: Ch. Röder, hA/KAL)