Neue Forschungen

Der Glauberg als monumentale frühkeltische Gesamtanlage des 5. Jahrhunderts v. Chr. ist noch lange nicht ausreichend erforscht, seine Besiedlungsstrukturen, die Art und Ausweitung seiner Kontakte sowie die Grundlage seines Reichtums werfen noch viele Fragen auf. Seine Wall-Graben-Anlagen sind in dieser Ausweitung und Dimension in der keltischen Welt einzigartig – liegt es daran, dass der Glauberg eigentlich im Randgebiet der keltischen Welt liegt?
Die bisher intensivsten und großflächigsten Grabungen auf dem Siedlungsgelände fanden bereits in den 1930er Jahren unter Heinrich Richter statt. Leider wurden fast die gesamte Dokumentation und viele Funde gegen Kriegsende zerstört. Die Auswertungen der Siedlungsgrabungen des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen unter der Leitung von Dr. Fritz-Rudolf Herrmann in den 1980ern zeigten eine differenzierte Abfolge der Befestigungen (siehe hierzu: Holger Baitinger, Der Glauberg – ein Fürstensitz der Späthallstatt-/Frühlatènezeit in Hessen. Glauberg-Studien 1 , Wiesbaden 2010. ).

Sie fanden innerhalb eines großen Schwerpunktprogrammes der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) statt, die die Erforschung des Glaubergs mit verschiedenen archäologischen und naturwissenschaftlichen Projekten zwischen 2004 und 2010 finanziell unterstützte. Die archäologischen Begehungen und punktuellen Grabungen der Universität Mainz unter der Leitung von Prof. Dr. Christopher Pare und Dr. Leif Hansen in diesem Rahmen erbrachten unter anderem, dass der Glauberg zur Zeit der Fürstengräber wohl nicht flächig besiedelt war (siehe Leif Hansen/Christopher Pare, in Vorb.: Untersuchungen im territorialen Umland des Glaubergs. Zur Genese und Entwicklung eines Fürstensitzes in der östlichen Wetterau. Glauberg-Studien 2).

Die Gesamtergebnisse der Forschungen 2004–2010 zum Glauberg sind publiziert in:
  • D. Krausse (Hrsg.), Frühe Zentralisierungs- und Urbanisierungsprozesse. Zur Genese und Entwicklung frühkeltischer Fürstensitze und ihres territorialen Umlandes. Kolloquium des DFG-Schwerpunktprogramms 1171 in Blaubeuren, 9.–11. Oktober 2006. Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg 101 (Stuttgart 2008).
  • D. Krausse (Hrsg.), „Fürstensitze“ und Zentralorte der frühen Kelten. Abschlusskolloquium des DFG-Schwerpunktprogramms 1171 in Stuttgart, 12.–15. Oktober 2009. Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg 120 (Stuttgart 2010).

Fachliteratur zum Glauberg und anderen frühkeltischen “Fürstensitzen” (bis Mai 2010) http://www.fuerstensitze.de/.

Vorträge zum Glauberg finden Sie auf unserer Veranstaltungsseite.

2011
  • 25.10.: „Neue Forschungen zu den frühen Kelten: Der Glauberg – ein „Fürstensitz”?. Büdingen.