Wer waren die Kelten?
Keltoi – Kelten: so wird die Bevölkerung nördlich der Alpen erstmals um 500 v. Chr. in griechischen Schriftquellen genannt. Sie hatten leider keine eigene schriftliche Überlieferung, aber anhand ähnlicher archäologischer Hinterlassenschaften können sie ab etwa dem 7./6. Jahrhundert v. Chr. in einem Gebiet zwischen Ostfrankreich und Böhmen, Nordschweiz und Main lokalisiert werden, auch wenn sie sich vermutlich selber gar nicht als einheitliches Volk verstanden und keine gemeinsame Sprache hatten.
Die Kelten waren eine bäuerliche Gesellschaft, die aber Anregungen aus dem Süden wie die Eisentechnologie (ab 8. Jahrhundert v. Chr.), die schnelldrehende Töpferscheibe (spätes 6. Jahrhundert v. Chr.) sowie die Münzprägung (ab etwa 3. Jahrhundert v. Chr.) nicht nur annahm, sondern auch in eigenem Stile umgesetzt und weiterentwickelt hat. Spätestens ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. wurden Kelten der gesamten antiken Welt südlich der Alpen näher bekannt. Ihre Spuren finden sich nun dank keltischer Auswanderer, Abenteurer und Söldner in einem ausgedehnten Gebiet von der Atlantikküste bis weit über die Alpen nach Griechenland und in die heutige Türkei.
Ab dem 3. Jahrhundert v.Chr. entstanden dann große stadtartige Anlagen, die sogenannten „Oppida“, mit denen auch Gaius Iulius Caesar im Gallischen Krieg 58–51/50 v. Chr.in Kontakt kam. Während der römischen Expansion im 1. Jahrhundert v. Chr. verschwanden allmählich die typischen keltischen Hinterlassenschaften; die hiesige Bevölkerung passte sich den Gebräuchen der neuen Herren an. Auf den britischen Inseln finden sich im Südosten auch vereinzelt Objekte im keltischen Festlandstil, aber da selbst die antiken Schriftsteller die Britannier nicht als Kelten bezeichneten, ist eine Zuordnung zu diesen sehr fraglich.











