Bisherige Forschungen

Die bisher intensivsten und großflächigsten Grabungen auf dem Glauberg fanden bereits in den 1930er Jahren unter Heinrich Richter statt. Leider wurden fast die gesamte Dokumentation und viele Funde gegen Kriegsende zerstört. Neuere Grabungen des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen (jetzt hessenARCHÄOLOGIE) unter der Leitung des damaligen hessischen Landesarchäologen Fritz-Rudolf Herrmann zwischen 1985 und 1998 befassten sich mit der Datierung und Konstruktion der Befestigungsanlage auf dem Glauberg. 1994 bis 1999 wurden dann auch die beiden Grabhügel und ihr Umfeld untersucht. Großflächige geomagnetische Untersuchungen zwischen 1994 und 2001 zeigten die erstaunlichen Dimensionen mit den äußeren Wall-Graben-Anlagen auf.

Zwischen 2004 und 2010 beschäftigten sich innerhalb des großen Schwerpunktprogrammes der Deutschen Forschungsgemeinschaft „Frühe Zentralisierungs- und Urbanisierungsprozesse. Zur Genese und Entwicklung frühkeltischer Fürstensitze und ihres territorialen Umlandes“ allein sieben Projekte mit der Erforschung des Glaubergs (die Webseiten werden nach dem Ende des Forschungsprogrammes nicht weiter aktualisiert):

Die bisherigen Untersuchungen warfen allerdings meist mehr Fragen als Antworten auf; der Glauberg als monumentale frühkeltische Anlage des 5. Jahrhunderts v. Chr. und seine Entstehung sind daher auch heute noch lange nicht ausreichend erforscht. So ist zum Beispiel die riesige, den Glauberg umgebende Wall-Graben-Anlage (von der die heute rekonstruierte „Prozessionsstraße“ nur ein kleiner Teil ist) in ihrer Ausweitung und Dimension in der frühkeltischen Welt bisher einzigartig.

Das zusammen mit dem Museum eingerichtete Forschungszentrum bündelt die alten und neuen Forschungen und Fragestellungen und arbeitet aktiv an der Beantwortung der vielen Fragen rund um den Glauberg, aber auch zu anderen keltischen (eisenzeitlichen) Fundstellen in Hessen.

Publikationen

Zwei Schriftenreihen der Keltenwelt am Glauberg tragen den Forschungen Rechnung:

Glauberg-Studien

  • Holger Baitinger, Der Glauberg – ein Fürstensitz der Späthallstatt-/Frühlatènezeit in Hessen. Mit Beiträgen von Peter Kresten, Benno Zickgraf, Irmtrud B. Wagner und Günther A. Wagner. Materialien zur Vor- und Frühgeschichte von Hessen 26 [Glauberg-Studien 1 ] Wiesbaden 2010.
  • Leif Hansen/Christopher Pare, Untersuchungen im Umland des Glaubergs. Zur Genese und Entwicklung eines frühlatènezeitlichen Fürstensitzes in der östlichen Wetterau. Materialien zur Vor- und Frühgeschichte von Hessen 28 [Glauberg-Studien 2] Wiesbaden 2016.
  • Udo Recker/Vera Rupp (Hrsg.), Die „Fürstengräber“ vom Glauberg: Bergung – Restaurierung – Textilforschung. Materialien zur Vor- und Frühgeschichte von Hessen 29 [Glauberg-Studien 3] (Arbeitstitel, Publikation in Vorbereitung).

Glauberg-Forschungen

  • Egon Schallmayer (Hrsg.) in Zusammenarbeit mit Katharina von Kurzynski, Archäologie und Politik. Archäologische Ausgrabungen der 30er und 40er Jahre des 20. Jahrhunderts im zeitgeschichtlichen Kontext. Internationale Tagung anlässlich „75 Jahre Ausgrabungen am Glauberg“ vom 16. bis 17. Oktober 2008 in Nidda-Bad Salzhausen. Fundberichte aus Hessen, Beiheft 7 [Glauberg-Forschungen 1] Wiesbaden 2011.
  • Leif Hansen, Die latènezeitliche Saline von Bad Nauheim. Die Befunde der Grabungen der Jahre 2011-2004 in der Kurstraße 2. Fundberichte aus Hessen, Beiheft 8 [Glauberg-Forschungen 2] Wiesbaden, 2016.

Weitere Literaturhinweise zum & und über den Glauberg finden Sie unter hier: Glauberg Publications

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