Die Maus kommt auf den Berg

Wie kommen archäologische Befunde in den Boden? Woher wissen Archäologen, wo sie graben können? Wieso kann man auch vom Flugzeug aus Archäologie betreiben? Diese Fragen stellen sich nicht nur Laien, sondern dies sind auch für Archäologen spannende Themen. Keineswegs spielt dabei – anders als in der öffentlichen Wahrnehmung – der berühmte Pinsel eine Rolle. Vielmehr sind viele technische Verfahren im Einsatz, die die Arbeit der Archäologie unterstützen, oft sogar erst möglich machen.
Das Forschungszentrum der Keltenwelt am Glauberg nutzt diese Techniken in seiner Arbeit sehr erfolgreich. Um nicht nur die Ergebnisse seiner Arbeit mit der Öffentlichkeit zu teilen, sondern auch den Weg zu diesen Ergebnissen zu zeigen, hat sich Dr. Axel Posluschny, der Leiter des Forschungszentrums, Ende 2016 an die Firma Flashfilm gewendet, um diese dafür zu gewinnen, die Arbeit der Archäologen in einem Beitrag für „Die Sendung mit der Maus“ zu erklären. Als alter Maus-Fan war er sich sicher, dass die Sachgeschichten ein bewährter Weg sind, um komplexe Themen leicht verständlich zu präsentieren – für Kinder, aber auch für Erwachsene.
Nach einer intensiven Recherche und langen Gesprächen zwischen dem Team von Flashfilm und Axel Posluschny war es dann im Mai 2017 soweit, die Dreharbeiten auf dem Glauberg könnten beginnen. Trotz des teilweise fürchterlichen Wetters waren sowohl die beteiligten Archäologen als auch das Filmteam begeistert bei der Sache – und das merkt man dem Ergebnis auch an. Kurzweilig und gleichermaßen fundiert, spannend und entspannt erzählt der entstandenen Beitrag vom Weg, den eine keltische Fundstelle von ihrer Entstehung bis zur Auffindung und Ausgrabung durch die Archäologen durchläuft – und es wird sogar geklärt, was eine „Sockenzone“ ist.

Der Beitrag wird am 26.11.2017, voraussichtlich um 8:25 Uhr in der ARD ausgestrahlt und am 26.11. noch einmal um 11:30 Uhr auf dem Kinderkanal (KiKA) gezeigt.
Weitere Wiederholungen laufen an folgenden Tagen:
• KiKa: 27. November 2017, 12:25 Uhr
• NDR: 2. Dezember 2017, 07:00 Uhr
• ARD-alpha: 2. Dezember 2017, 08:00 Uhr
• WDR: 2.Dezember 2017, 08:35 Uhr

Eine Sendung für Alle, die sich für das Thema interessieren und die am 26.11. mehr über die Arbeit der Archäologen am Glauberg erfahren wollen.

Quer durch die Zeiten

Die Grabungen auf dem Glaubergplateau im September 2017
Nach umfangreichen geophysikalischen Untersuchungen in der ersten Jahreshälfte konnte im September endlich wieder im Rahmen der 5. Sommerakademie der hessenARCHÄOLOGIE auf dem Plateau des Glaubergs gegraben werden. Neben der Fortführung der Untersuchungsflächen des Vorjahres standen zwei neue Bereiche im Fokus des Interesses. So haben wir versucht, die vermutete mittelalterliche Kirche auf dem Plateau zu finden. Dies ist leider noch nicht gelungen, dafür haben wir aber eine beigabenlose Bestattung in diesem Bereich entdeckt, die wir hoffen über die 14C Methode datieren zu können. So können wir erste Aussagen über die Datierung des schon in den 30er Jahren entdeckten Friedhofs erhalten, in dessen Bereich auch eine Kirche gestanden haben muss. Darüber hinaus konnten wir viele neue mittelalterliche Gebäudestrukturen entdecken und dokumentieren, die unser Bild von der Stadtgründung des frühen 13. Jahrhunderts auf dem Plateau nach und nach erweitern. Auch die vorgeschichtlichen Perioden und die spätantike Besiedlung kamen nicht zu kurz bei unseren Untersuchungen. Überraschende Mengen an Funden, auch aus der keltischen Besiedlungsepoche, belegen eine dichte und intensive Besiedlung des Plateaus zu fast allen in Hessen vorkommenden Kulturstufen. Besonders erfreulich ist auch die Entdeckung eines kleinen Grübchens aus der Zeit der frühkeltischen Besiedlung inmitten der Siedlung der Keltenfürsten vom Glauberg.

 

Drohnenaufnahme des mittelalterlichen Gebäudestandortes mit in den Felsen eingetieftem Keller. (Foto: Ch. Röder, hA/KAL)

Neue Dachmarke „Kultur in Hessen“

Juli 2017
Keltenwelt am Glauberg mit dabei
Kunst- und Kulturminister Boris Rhein stellte kürzlich die neue Dachmarke „Kultur in Hessen“ vor. In über 70 Jahren Hessen wird zum ersten Mal das Historische Erbe Hessens – die Museumslandschaft Hessen Kassel, das Landesmuseum Darmstadt, das Museum Wiesbaden, die Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen und das Archäologische Landesmuseum mit Römerkastell Saalburg und Keltenwelt am Glauberg – unter einer Dachmarke zusammengefasst.
Auf der neuen Webseite www.kultur-in-hessen.de werden alle unter dem Motto „Entdecke Dein Hessen“ vorgestellt. Hier gibt es auch viele Informationen zu den teilnehmenden Einrichtungen.

Ziel ist es, die kulturelle Vielfalt Hessens mit der neuen Dachmarke noch bekannter zu machen und gleichzeitig dazu einzuladen, Hessens Schätze zu besuchen. Seit Anfang Juli zieren großformatige Plakate 30 hessische Städte von Bad Arolsen bis Bensheim, von Limburg bis Fulda. Auf dem Plakat der Keltenwelt am Glauberg lockt der „Keltenfürst vom Glauberg“ Besucherinnen und Besucher ins Museum.

Neue Ausgrabung am Glauberg

Mai 2017
Vor drei Wochen startete eine neue Forschungsgrabung am Glauberg. Es soll das zeitliche Verhältnis von zwei Grabenstrukturen südlich des zweite Grabhügels (unterhalb des Museums) geklärt werden. Darüber hinaus wird untersucht, ob der in die keltische Zeit datierende, rund fünfzehn Meter breite Graben in dem Bereich von einer Mauer oder einem Wall begleitet wurde und wie beide Gräben aufgebaut waren.

Jahresprogramm 2017 der Keltenwelt am Glauberg

Februar 2017
Unsere neue Broschüre mit den aktuellen Terminen zum Jahresprogramm 2017 der Keltenwelt am Glauberg können Sie hier als PDF herunterladen:
Jahresprogramm 2017

 

Führungen im Museum und auf dem Gelände der Keltenwelt am Glauberg

Unsere neue Broschüre zu den Führungen und der Ausstellung in der Keltenwelt am Glauberg können Sie hier als PDF herunterladen:
Broschüre Keltenwelt am Glauberg

 

Internationale Sommerakademie der hessenARCHÄOLOGIE mit Grabungsteam erstmals auf dem Glauberg

In der kommenden Woche beginnen nach fast 20 jähriger Pause neue Grabungen am Plateau des Glauberges. Dazu wird ein internationales Team von rund 30 Studierenden erwartet, die für zwei Wochen in Glauberg wohnen werden.

Unter dem Motto „Archaeology as a Foreign Language“ veranstaltet die hessenARCHÄOLOGIE am Landesamt für Denkmalpflege Hessen seit 2013 eine „International Field School“. Ziel ist es, angehenden Archäologinnen und Archäologen internationalen Kontakt zu erleichtern sowie den freundschaftlichen und fachlichen Austausch auf europäischer Ebene zu befördern. So wurde in Zusammenarbeit mit den Archäologischen Instituten der Universitäten Gießen, Marburg und Frankfurt sowie der Saxion University of Applied Science in Deventer (Niederlanden) und der University of Winchester (Großbritannien) eine jährlich wiederkehrende zweiwöchige Lehrgrabung in Hessen ins Leben gerufen. Vom 28. August bis 11. September findet diese nun erstmals auf dem Plateau des Glauberges im Rahmen der Internationalen Sommerakademie der hessenARCHÄOLOGIE statt. Aufgabe der Grabung ist es, die mittelalterliche Besiedlung auf dem Plateau zu erkunden und zudem Hinweise zu den Erhaltungsbedingungen der keltischen Epoche zu finden.

Neben den bisherigen Kooperationspartnern ist die Keltenwelt am Glauberg mit seinem Forschungszentrum maßgeblich an diesen und zukünftigen Aktivitäten beteiligt. Tatkräftige Unterstützung vor Ort leistete die Wetterauer Archäologische Gesellschaft Glauberg (WAGG) und die TourismusRegion Wetterau (TRW) sowie Sponsoren.

Besonderer Tipp: Am Samstag, 3. September sind Archäologie-Fans zum „Tag der offenen Grabung“ von 10 bis 17 Uhr herzlich willkommen. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Es besteht die Möglichkeit den Teilnehmern der 4. internationalen Sommerakademie bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen und natürlich Fragen zu stellen. Eine kleine Fundpräsentation aus aktuellen Funden haben wir für sie auf dem Plateau aufgebaut. Darüber hinaus bietet der Glauberg mit seinem kulturhistorischen Rundweg die Möglichkeit Plateau und Umfeld auf eigene Faust selbst zu erkunden. Festes Schuhwerk wird empfohlen. An einer extra für diesen Tag eingerichteten Info-Station der Tourismusregion Wetterau direkt am Parkplatz der Keltenwelt am Glauberg, erhalten Sie weitere Informationen.

Neues Highlight im Museum: „Zeitrohre“

( v. l. n. r.: Peter Reichert, Roman Kubla, Carsten Krätschmer, Jörg Lindenthal, Günter Sedlak, Werner Erk, Thomas Lessig-Weller, Wolfgang Wefers)

Ab sofort gehört der ratlose Blick von der Dachterrasse des Museums in die Umgebung der Vergangenheit an. Mit unserer jüngsten Errungenschaft bieten wir unseren Besuchern an, sich ganz individuell über Orte und Geländemerkmale zu informieren. Ein Blick durch das Gerät auf der Dachterrasse, das an ein U-Boot-Periskop erinnert, löst durch Einblendungen nicht nur auf, welchen Namen die Ortschaft trägt. Auch sonst erfährt der Betrachter wissenswerte Details zu den anvisierten Punkten.

Die beiden von der Firma ArchimediX aus Ober-Ramstadt in Kooperation mit der Keltenwelt am Glauberg entwickelten „Zeitrohre“ können aber noch wesentlich mehr. Per Knopfdruck wird der Betrachter in eine virtuelle Welt versetzt, in der etwa der Grabhügel des Keltenfürsten imposant in die Höhe ragt und die zugehörige „Prozessionsstraße“ auf ihrer ganzen Länge verfolgt werden kann.

Grundlage für diese animierte Welt bilden die Ergebnisse der Ausgrabungen, die ab 1994 Wissenschaft und Öffentlichkeit gleichermaßen begeisterten. Und so lassen bislang acht Filmanimationen die Welt archäologischer Pläne und Geländemodelle lebendig werden und die Besucher tief in eine fremde Welt eintauchen. Das zweite Gerät steht im Ausstellungsbereich vor dem großen Panoramafenster. Es ist mit einem großen Bildschirm ausgestattet, so dass gleich mehrere Besucher sich auf eine virtuelle Reise begeben können – Public Viewing der besonderen Art. Ermöglicht wurde die Realisierung der beiden „Zeitrohre“ mit Unterstützung des Fördervereins der Keltenwelt am Glauberg.

Tierisch gut! Aktionstag Hund am Glauberg

Sonntag, 14. August 2016 von 10 – 18 Uhr
Die Keltenwelt am Glauberg präsentiert noch bis Mitte Oktober die Sonderausstellung „Die Zähmung des Wolfes – Eine archäologische Spurensuche“. Dazu stellte das Team des Museums ein interessantes Veranstaltungsprogramm zum Thema „Wolf und Hund“ zusammen. Neben Vorträgen, Familien-Sonntagen und Führungen durch die Sonderausstellung, ist der „Aktionstag Hund“ im Außengelände des Museums am Sonntag, dem 14. August sicher einer der Höhepunkte. Unterschiedliche Programmpunkte bieten für jeden Hundeliebhaber zwischen 10 und 18 Uhr unterhaltsame und lehrreiche Informationen.

Der Hund ist nicht nur treuer Freund und Familienmitglied, sondern auch hilfreicher Begleiter in unterschiedlichsten Arbeitsbereichen. Dazu kommen jede Menge sportliche Aktivitäten und Wettbewerbe. Die Keltenwelt am Glauberg und ihre zwei- und vierbeinigen Partner präsentieren am „Aktionstag Hund“ die Vielfalt des beliebten Haustiers. In spannenden Vorführungen erlebt der Zuschauer, wie Hunde Fährten lesen und sich als Rettungs-, Schutz- und Hütehunde bewähren. Unterhaltsam wird es bei Sport- und Spielarten wie Treibball, Zughundesport, Dogdance, Hoopers Dance Fun, Longieren und Agility.

Der Hund gilt seit Jahrtausenden als treuer Begleiter des Menschen. Mit der Domestikation des Wolfes vor über 20.000 Jahren wurde der Hund damit zum ältesten Haustier noch vor Rind, Schwein und Pferd. Seither erfüllen die Vierbeiner viele Aufgaben, wobei ihnen einzigartige Fähigkeiten zugute kommen, die sie von ihrem Urahn, dem Wolf, übernommen haben: Sie spüren bei der Jagd das Wild auf, begleiten die Herden der Schäfer und schützen Haus und Hof. Die Sonderausstellung der Keltenwelt am Glauberg greift nicht nur die Fragen der Domestikation des Wolfes vor Urzeiten auf, sondern auch Aspekte seiner Rückkehr nach Hessen. Nicht verpassen sollte man auch den Blick auf die bewegte Kulturgeschichte des Hundes. Fundstücke aus den Siedlungen der ersten Ackerbauern vor rund 7.500 Jahren bis zum Mittelalter vermitteln einen Eindruck ihrer Aufgaben. Am Veranstaltungstag finden um 14 und 15.30 auch offene Führungen durch die Sonderausstellung statt. Zur Eintrittskarte ins Museum werden 3 Euro für die Führung berechnet. Der Eintritt im Außengelände ist frei.

Neue Leitung im Forschungszentrum

Mit Dr. Axel Posluschny hat das Forschungszentrum der Keltenwelt am Glauberg seit kurzem einen neuen Leiter.
Dr. Posluschny hat Vor- und Frühgeschichte an den Universitäten Bonn und Marburg studiert und in Marburg seinen Magisterabschluss gemacht. Während seiner Studienzeit hat er an zahlreichen Ausgrabungen und Prospektionen im In- und Ausland teilgenommen. Nach seiner Tätigkeit in der Redaktion der Zeitschrift Germania an der Römisch-Germanischen Kommission (RGK) wurde er mit einer landschaftsarchäologischen Untersuchung zur Hallstattzeit im Maindreieck an der Universität Marburg promoviert. Im Anschluss an eine Assistenzvertretung an der Universität Marburg kehrte er 2004 an die RGK zurück, wo er im Rahmen des von der DFG geförderten Projektes „Fürstensitze & Umland“ die frühkeltischen „Fürstensitze“ (u.a. den Glauberg) aus landschaftsarchäologischer Sicht untersuchte. Danach war er bei verschiedenen Projekten („Magnetische Prospektion archäologischer Kulturlandschaften“ sowie „ArchaeoLandscapes Europe“) u.a. als Forschungsmanager tätig.
Nach der Vakanzvertretung der Leitung der Juniorprofessur für Informationsverarbeitung in der Geoarchäologie der Universität Bamberg hat er zum 1. Mai 2016 die Leitung des Forschungszentrums übernommen. Im Fokus seiner zukünftigen Arbeit werden neben Forschungen zum Glauberg selbst und dessen unmittelbaren Umfeld auch verstärkt eisenzeitliche Fragestellungen zur hessischen Landesarchäologie stehen, die darüber hinaus auch in einen überregionalen und internationalen Kontext eingebunden werden sollen.